Saalfeldener Zeitgeschichte 1945-1955
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Karl Reinthaler. Dagegenhalten.
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Unter US-Besatzung

Die soziale Situation in Saalfelden nach 1945

Die soziale und wirtschaftliche Lage stellte sich unmittelbar nach Kriegsende und noch einige Jahre danach auch in Saalfelden und Umgebung als katastrophal dar: Nahrungsmittel waren knapp, es mangelte an Wohnungen, an Kleidung und nicht zuletzt an Arbeitsplätzen. Bereits während des Zweiten Weltkrieges aber auch in den ersten Jahren der Nachkriegszeit wurde die Ernährung der Bevölkerung mittels Lebens-mittelkarten aufrechterhalten. Speziell unter den Kindern war die Unternährung so groß, dass Österreich einen Hilferuf an vom Krieg nicht so stark betroffene Staaten richtete. Durch Vermittlung des Roten Kreuzes wurden noch 1945 und in den Jahren danach 30.000 Kinder zu Schweizer Gastfamilien geschickt.
Dass die Österreicher nicht verhungerten, hatten sie nicht zuletzt den Amerikanern zu verdanken: Die 1945 in den USA gegründete Organisation CARE (Cooperative for American Remittances to Europe) unterstützte auch Österreich massiv mit ihren CARE-Pakteten.

Die Wohnungsnot in Saalfelden war ebenfalls so gravierend, dass der Bürgermeister einerseits eine Zuzugssperre über das gesamte Gemeindegebiet von Saalfelden verhängt hatte, andererseits auch Beschlagnahmungen von leer stehenden Wohnungen vornahm.

Neben Lebensmitteln und Wohnraum mangelte es zudem auch an allen anderen Gütern wie Kleidung, Heizmaterialien wie Holz oder Kohle, Baumaterial etc.

Starken Anteil am wirtschaftlichen Aufschwung hatte der "Marshall Plan" der US-Amerikaner, in dessen Genuss Österreich kam und der am 2. Juli 1948 in Form eines Abkommens zwischen Österreich und den USA beschlossen wurde. Österreich erhielt die Mittel des Marshall-Plans in Form von Sachgütern, die in Österreich zum Inlandpreis verkauft werden mussten. Die daraus resultierenden Geldmittel mussten auf ein Konto eingezahlt werden, das 1962 in die Verfügungsgewalt Österreichs übergeben wurde. Der Schwerpunkt des Marshall-Plans in Österreich lag neben Oberösterreich und Kärnten vor allem in Salzburg, das Ende der 1940er Jahre nicht zuletzt aus diesem Grund als heimliche Hauptstadt Österreichs bezeichnet wurde.

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