Saalfeldener Alltag 1945-1955
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Karl Reinthaler. Dagegenhalten.
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Saalfelden unterm Hakenkreuz

Das Jahr 1938 und die Machtübernahme der Nationalsozialisten in Österreich stellte für Saalfelden ebenso wenig einen glatten Bruch mit allem vorher Dagewesenen dar wie das Jahr 1945. Saalfelden war auch in den Jahren davor Schauplatz zahlreicher illegaler Aktivitäten von lokalen Nationalsozialisten, die ihre Wurzeln in einem breiten nationalen Lager in Saalfelden hatten.

Die Jahre 1934 bis 1938 hinterließen sowohl politisch als auch wirtschaftlich in unserer Gemeinde deutliche Spuren: Bürgermeister Josef Riedler wurde durch einen kommissarischen Leiter ersetzt, die beiden Gemeinden Land- und Marktgemeinde zur Marktgemeinde Saalfelden zusammengelegt und die "1000-Mark-Sperre" des deutschen Reiches brachte die örtliche Landwirtschaft in arge Bedrängnis.
Die politischen und sozialen Spannungen dieser Jahre machten sich auch in verstärktem Widerstand gegen den "Ständestaat" von Seiten der illegalen Revolutionären Sozialisten und Kommunisten bemerkbar. Dieser manifestierte sich großteils in Verteilung politischer Flugschriften und lässt sich aus den Eintragungen in der Gendarmeriechronik Saalfeldens nachzeichnen. Diese Widerstandstätigkeiten konnten auf eine relativ breite Basis zurückgreifen, denn rasch nach einer landesweit durchgeführten Verhaftungswelle 1936 wurden die Aktivitäten von  nachrückenden AktivistInnen wieder aufgenommen. Viele, die sich an diesen Aktivitäten beteiltigt hatten, setzten ihren Widerstand während des Nationalsozialismus konsequent fort und wurden großteils 1942 verhaftet, als die Verfolgung politischer GegnerInnen auch hierorts seinen Höhepunkt erreichte.

Der Einmarsch der Deutschen im März 1938 wurde auch in Saalfelden frenetisch gefeiert. So schmückte eine Tafel mit der Aufschrift "Saalfelden braucht keine Juden" den Ortseingang. Hans Großlercher, bereits seit 1925 Gemeindevertreter der Nationalsozialisten, wurde als Bürgermeister eingesetzt. Der mit Hakenkreuzen geschmückte Bahnhof anlässlich der Durchfahrt Adolf Hitlers im Jahre 1938 und ein erhaltenes Foto, das Männer zeigt, die Adolf Hitler vor dieser Kulisse die Hand schütteln sind als sichtbare Zeichen der vorhandenen Begeisterung erhalten geblieben.
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